Schulgeschichten

Januar 2012

Fenna und Bootje begleiten mich abwechselnd und regelmäßig in die Schule. Auf diese Weise werden ich sowohl meinen Hunden als auch den Kindern an meiner Schule gerecht.

Fenna und Bootje lieben ihre Arbeit und so ist es jeden Morgen ein Gerangel um meine Schultasche, die als Symbol dafür steht, das es bald los geht. Und dann springt eine von Beiden überglücklich ins Auto, während sich die Andere schmollend entfernt.

In der Schule gibt es dann jeden Morgen Jubelrufe, wenn die Kinder erleben das heute ihr Lieblingshund im Dienst ist. Die lebhafteren Kinder bevorzugen Bootje und freuen sich auf das gemeinsame Spielen mit ihr in der Pause.

An diesen Tagen powern sich die Kinder richtig aus, denn Bootjes Spiel heißt „ich habe den orangen Ball und keiner von euch kriegt mich“. Und dann springt und rennt sie, schlägt Haken und lässt die Kinder bis auf wenige Zentimeter an sie heran um dann geschickt mit einem Satz in die andere Richtung zu wechseln.

An Bootje-Schultagen herrscht eine fröhliche Stimmung und es wird sehr viel gelacht, sowohl auf Seiten der Schüler als auch auf Seiten der Kollegen, die sich dieses Schauspiel von Bootje auf dem Pausenhof nicht entgehen lassen.

Wenn Fenna im Dienst ist die Stimmung eine ganz andere. Fenna und ihre ruhige und auch beruhigende Art wird von den Kindern geschätzt, die in besonderer Weise Nähe und Geborgenheit suchen. Wenn Fenna in der Pausenhalle liegt, wird sie von Kindern umzingelt die sie liebevoll streicheln und im Flüsterton mit ihr sprechen. Die Kinder legen ihren Kopf auf ihren Körper und umarmen sie. Wir erleben die Kinder wie sie die Ruhe von Fenna in sich aufnehmen und diesen Zustand genießen. In diesen Augenblicken zaubert dieses Bild ein ganz sanftes und anrührendes Lächeln auf die Gesichter der Erwachsenen.

Vor einigen Tagen reihte sich Bootje beim Tischtennis-Rundlauf mit ein. Bootje bildete mit meinem Kollegen Karsten, ungefragt, ein Team. Immer wenn Karsten die Seite wechseln musste, eilte Bootje mit. Beim Aufschlag legte Bootje den Kopf auf die Platte, dann Seitenwechsel im Team, Kopf auf die Platte beim Aufschlag, Seitenwechsel im Team...

Wir haben uns über dieses „Team“ wirklich köstlich amüsiert, wobei ich schon nach wenigen Wiederholungen überlegte, wie dieses Spiel wohl enden würde.

Bootje hatte das Spiel nun für sich begriffen und wusste wie der Ball gespielt wird, also abwarten und einen auf „Teampartner“ mimen. Dann ihr Einsatz! Maul auf, fangen und mit einem geschickten Satz den Teampartner, Gegner und auch die Pausenhalle verlassen. Das Geschrei war groß und ich weiß nicht was lauter war, das Geschrei oder das Gelächter.

An diesem Tag bekam Bootje in unserem Verstärkerpan für gutes Benehmen, welcher für das Verhalten der Schüler in erster Linie eingeführt ist, nur von 5 von 6 möglichen Smileys.

Die Kinder reflektieren in der Smiley-Besprechung nicht nur ihr eigenes Verhalten, sondern auch das von Bootje. Aber dieses Benehmen wollten sie nicht durchgehen lassen.

Ein anderer Smiley war für Bootje an diesem Tag auch nur ein „knapper“ in der Besprechung der Deutschstunde. Bootje hatte erst getrunken und danach ihren Kopf auf das Arbeitsblatt eines Schülers gelegt. Triefend nass brachte der Schnauzerbart die Tinte zum schmelzen.

Mein Schüler war entsetzt und kommentierte sein Empfinden mit den Worten:“ Ne, Frau Janßen, jetzt guck dir die Schweinerei an. Jetzt kannst du mir ein neues Arbeitsblatt kopieren und auch selbst ausfüllen. Ich mach das nicht noch mal!“ In der darauffolgenden Smiley-Besprechung legten viele Schüler ein gutes Wort für Bootje ein. Dann fallen schon mal Sätze wie:“ Sie kann doch nichts dafür, trink du mal mit so einem Schnauzbart.“

Aber das wird ganz ernst besprochen und auch abgestimmt, ob Bootje sich benommen hat oder ob ihr auf Grund von „Andersartigkeit“ tatsächlich ein Punkt abgezogen werden darf.

Riesenschnauzer Schulhund Januar 2012

Riesenschnauzer Schulhund Januar 2012

Riesenschnauzer Schulhund Januar 2012