Therapiebegleithund


Anfänglich war lediglich der Einsatz von Fenna als Schulhund im Rahmen des Sachkundeunterrichtes zum Thema „Hunde“ geplant. Es stellte sich allerdings sehr schnell heraus, dass dieser Hund und vielleicht diese Rasse mehr für Menschen leisten kann als anfänglich angenommen.


Fenna bewegt sich frei in der Schule und kann selber wählen was sie machen möchte und wem sie ihre Aufmerksamkeit schenken will.

Hier bewirkt Fenna ganz Wunderbares, insbesondere mit Kindern die am Asberger-Syndrom (Autismus) leiden.

„Beim Asberger-Syndrom handelt es sich um eine ausgeprägte Kontakt- und Kommunikationsstörung (fehlender Blickkontakt, sie nehmen ihr Gegenüber nicht wahr), die spätestens im Vorschulalter manifest wird und die durch eine qualitative Beeinträchtigung des Interaktionsverhaltens, mangelndes Einfühlungsvermögen, motorische Auffälligkeiten und ausgeprägte Sonderinteressen charakterisiert ist.

Ihre soziale Bedeutung zeigt sich darin, dass die betroffenen Kinder isoliert sind, aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten überall anecken und oft auch aus schulischen Förderprogrammen herausfallen.

Fenna hat zwei Kindern unserer Schule mit Asberger-Syndrom auf ganz wunderbare Weise geholfen. Beispielsweise malt ein Schüler mittlerweile ein Bild von Fenna mit überdimensional großen Augen.

Diesen wahrgenommenen Blickkontakt kann der Schüler mehr und mehr uns gegenüber auch halten. Ein großer Erfolg!

Für die Autisten an unserer Schule ist Fenna auch ein klarer Resonanz-Geber. Ausdruck von Behagen oder Unbehagen, ist auf das Wesentliche reduziert.

Fenna und meine autistischen Schüler erleben eine gemeinsame Spürebene – wie sie sie im Alltag selten in dieser intensiven Art und Weise mit anderen Schülern, Lehrern und Menschen erleben können.

Ein Schüler, der nach den Herbstferien 2009 neu an unsere Schule kam, ebenfalls ein Kind mit Asberger-Syndrom, hat innerhalb von wenigen  Wochen durch Fennas Einsatz erhebliche Erfolge erzielt.

Anfangs stand der Schüler in den Pausen nur  in der Nähe seiner Lehrerin. Er sprach nicht, spielte nicht, machte alles nur auf Aufforderung. Seine Körperhaltung war insgesamt angepasst und sein Muskeltonus schwach ausgeprägt. Dies wurde von der Kollegin auch im Unterricht bemängelt, da der Schüler nicht in der Lage war über einen längeren Zeitraum am Tisch zu sitzen, den Kopf zu halten und zu schreiben.

Fenna, die sich gerade diese Kinder auswählt, hat regelrecht um ihn „gebuhlt“, ihn immer wieder zum Spiel animiert. Irgendwann gewann sie sein Herz und er schoss den Ball, den sie ihm 1000mal vor die Füße gelegt hat, weg.

Es folgten unendliche Spiele dieser Art, bis sich andere Mitschüler in dieses Spiel einreihten und unter Anleitung eine Interaktion zu den anderen Schülern stattfand.

Dieser Schüler ist jetzt in den Pausen wesentlich aktiver, bewegt sich und findet Anschluss zu seinen Klassenkameraden. Seine Klassenlehrein berichtet von einer Steigerung seiner Konzentration. Der Schüler ist insgesamt aufnahmefähiger und auch seine Körperhaltung hat sich um vieles verbessert. So ist er jetzt in der Lage aufrecht auf seinem Stuhl zu sitzen und seinen Stift zu halten, ohne nach vorne abzukippen.

Wichtig bei allem für den Einsatz als Schul-und Therapiehund ist, dass Fenna selbst die Freiheit hat zu wählen. Denn nur so läuft sie nicht Gefahr überfordert zu werden oder die Lust an der Arbeit zu verlieren.

Dazu gehören, wie es alle Schnauzer mögen, viele Streicheleinheiten und besonders in Fennas Fall Kinderstimmen, die glücklich klingen, wenn sie gesehen wird.

Über Fenna erleben die Kinder eine Beruhigung, die es uns Pädagogen  erleichtert wieder mit dem Kind in Kontakt zu treten.

Dieses Verhalten von Fenna übersteigt die Anforderungen an einen „normalen“ Schulhund und geht weit in die tiergestützte Therapie.


Riesenschnauzer Therapiehund Therapiebegleitund 1       





Riesenschnauzer Therapiehund Therapiebegleitund 2       





Riesenschnauzer Therapiehund Therapiebegleitund 3       





Riesenschnauzer Therapiehund Therapiebegleitund 4